Allgemeine Geschäfts­bedingungen (Behandlungs­­­­bedingungen)

für die heilkundliche Tätigkeit auf dem Gebiet der Psychotherapie

Robert Pollert
Heilpraktiker für Psychotherapie (HeilprG)
Hardenbergstraße 17
04275 Leipzig

Stand: September 2026

1. Geltungsbereich und Vertragspartner

Diese Behandlungsbedingungen gelten für alle Behandlungsverträge zwischen Robert Pollert, Heilpraktiker für Psychotherapie, Hardenbergstraße 17, 04275 Leipzig (nachfolgend „die Praxis“) und seinen Patientinnen und Patienten.

Die Tätigkeit erfolgt auf Grundlage der Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie, nach dem Heilpraktikergesetz. Zuständige Aufsichtsbehörde ist das Gesundheitsamt der Stadt Leipzig, Gustav-Mahler-Straße 3, 04109 Leipzig.

Ergänzend gelten die gesetzlichen Vorschriften, insbesondere die §§ 630a ff. BGB (Behandlungsvertrag).

Abweichende oder entgegenstehende Bedingungen werden nicht Vertragsbestandteil, sofern ihrer Geltung nicht ausdrücklich schriftlich zugestimmt wurde.

2. Kostenfreies Vorgespräch

Vor Beginn einer Behandlung findet ein kostenfreies telefonisches Vorgespräch von in der Regel 20 bis 30 Minuten statt. Es dient dem gegenseitigen Kennenlernen, der Klärung des Anliegens sowie der Einschätzung, ob eine Zusammenarbeit fachlich und persönlich sinnvoll ist.

Das Vorgespräch ist unverbindlich, begründet keinen Behandlungsvertrag und keinen Anspruch auf eine anschließende Behandlung. Es stellt keine Diagnose und keine Behandlung dar.

3. Zustandekommen des Behandlungsvertrages

Ein Behandlungsvertrag kommt zustande, wenn nach dem Vorgespräch ein Behandlungstermin vereinbart und dieser von der Praxis bestätigt wird, spätestens jedoch mit Aufnahme der Behandlung.

Termine werden über das Online-Terminsystem Patientify oder über die von der Praxis angegebenen Kontaktwege vereinbart. Behandlungstermine sind erst nach einem geführten Vorgespräch buchbar.

Die Praxis kann eine Behandlung ablehnen oder beenden, wenn das Anliegen nicht in ihren Tätigkeitsbereich fällt oder eine Behandlung aus fachlichen, therapeutischen oder sonstigen wichtigen Gründen nicht sinnvoll oder vertretbar erscheint.

4. Gegenstand und Umfang der Behandlung

Gegenstand der Behandlung sind psychotherapeutisch ausgerichtete heilkundliche Leistungen im Rahmen der vorhandenen Qualifikation und der gesetzlichen Erlaubnis.

Die Arbeit erfolgt körperorientiert und ressourcenorientiert, insbesondere auf Grundlage der Schöpferischen Transformation nach Danielle Christoph, ergänzt um Elemente des Somatic Experiencing und systemischer Ansätze. Zum Einsatz kommen unter anderem Gespräch, Arbeit mit inneren Bildern, Körperwahrnehmung und Bewegungsarbeit.

Art, Umfang und Vorgehen werden individuell auf Grundlage des jeweiligen Anliegens und der fachlichen Einschätzung vereinbart und im Verlauf gemeinsam angepasst.

Die Behandlung orientiert sich an den zum Behandlungszeitpunkt bestehenden allgemein anerkannten fachlichen Standards. Ein bestimmter Behandlungserfolg wird nicht geschuldet und kann nicht zugesagt werden.

5. Abgrenzung zur ärztlichen und approbierten psychotherapeutischen Versorgung

Die Behandlung durch einen Heilpraktiker für Psychotherapie ersetzt keine erforderliche ärztliche, psychiatrische oder approbierte psychotherapeutische Behandlung und keine medikamentöse Therapie.

Bestehende ärztliche oder psychotherapeutische Behandlungen sowie verordnete Medikamente werden durch die Behandlung in der Praxis nicht verändert, abgesetzt oder ersetzt. Entsprechende Entscheidungen bleiben ausschließlich den behandelnden Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Wird im Verlauf erkennbar, dass eine ärztliche, psychiatrische oder approbierte psychotherapeutische Mit- oder Weiterbehandlung erforderlich ist, wird hierauf hingewiesen und eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen.

6. Mitwirkung der Patientinnen und Patienten

Eine wirksame Behandlung setzt eine angemessene Mitwirkung voraus.

Für die Behandlung relevante Informationen sind wahrheitsgemäß und vollständig mitzuteilen, soweit dies für die Behandlung erforderlich ist. Dazu gehören insbesondere Änderungen des Gesundheitszustands, relevante Diagnosen, laufende ärztliche oder psychotherapeutische Behandlungen sowie die Einnahme oder Änderung von Medikamenten.

Die Mitwirkung umfasst nicht die Verpflichtung, einer bestimmten therapeutischen Maßnahme zuzustimmen. Eine erteilte Einwilligung kann jederzeit und ohne Angabe von Gründen widerrufen werden.

7. Körperbezogene Arbeit und achtsame Berührung

Die Behandlung kann körperbezogene Anteile enthalten, insbesondere Körperwahrnehmung, Bewegungsarbeit und – sofern therapeutisch stimmig – achtsame Berührung.

Achtsame Berührung erfolgt ausschließlich nach vorheriger Absprache und auf Grundlage einer ausdrücklichen, jederzeit widerruflichen Einwilligung. Sie ist zu keinem Zeitpunkt Voraussetzung für die Behandlung.

Die Einwilligung kann jederzeit, auch während einer laufenden Sitzung, ohne Angabe von Gründen und ohne Nachteile widerrufen werden. Die Behandlung wird dann ohne körperbezogene Anteile fortgesetzt.

Berührung dient ausschließlich therapeutischen Zwecken. Jede sexualisierte oder grenzüberschreitende Handlung ist ausgeschlossen.

8. Termine, Dauer und Ort

Eine Behandlungssitzung dauert in der Regel 60 Minuten. Termine werden individuell vereinbart und ausschließlich für die jeweilige Patientin bzw. den jeweiligen Patienten reserviert.

Behandlungen finden grundsätzlich persönlich in der Praxis in der Hardenbergstraße 17, 04275 Leipzig statt.

Bei verspätetem Erscheinen verkürzt sich die Sitzung entsprechend; die vereinbarte Vergütung bleibt unberührt.

Terminabsagen und Terminänderungen können über das Terminsystem oder über die von der Praxis angegebenen Kontaktmöglichkeiten erfolgen.

9. Nicht wahrgenommene oder kurzfristig abgesagte Termine

Termine, die nicht wahrgenommen werden können, sollen möglichst frühzeitig abgesagt werden. Eine Absage bis spätestens 24 Stunden vor dem vereinbarten Termin ist kostenfrei.

Bei einer Absage weniger als 24 Stunden vor dem Termin oder bei Nichterscheinen kann ein Ausfallhonorar verlangt werden, sofern der Praxis durch die kurzfristige Absage bzw. das Nichterscheinen ein konkreter Vergütungsausfall entsteht und der Termin nicht anderweitig vergeben werden konnte.

Ein Ausfallhonorar wird insbesondere dann nicht verlangt, wenn der Termin anderweitig vergeben werden konnte.

Der Patientin bzw. dem Patienten bleibt der Nachweis vorbehalten, dass kein oder ein wesentlich geringerer Vergütungsausfall entstanden ist. Ebenso bleibt der Nachweis vorbehalten, dass die Absage oder das Nichterscheinen auf einem wichtigen, nicht zu vertretenden Grund beruht – etwa akuter Erkrankung oder einem vergleichbaren unvorhersehbaren Ereignis.

Die Höhe eines gegebenenfalls berechneten Ausfallhonorars richtet sich nach der für den ausgefallenen Termin vereinbarten Vergütung und dem tatsächlich entstandenen Ausfall. Sie beträgt höchstens die für den Termin vereinbarte Vergütung.

Für das kostenfreie telefonische Vorgespräch wird kein Ausfallhonorar berechnet.

10. Vergütung

Die Behandlung ist eine private Selbstzahlerleistung.

Eine Behandlungssitzung von 60 Minuten kostet 120 Euro. Das telefonische Vorgespräch ist kostenfrei. Abweichende oder ergänzende Leistungen werden vor ihrer Erbringung gesondert vereinbart.

Heilbehandlungsleistungen sind gemäß § 4 Nr. 14 Buchst. a UStG von der Umsatzsteuer befreit.

Sofern der reguläre Preis die finanzielle Situation übersteigt, kann dies im Vorgespräch angesprochen werden. Eine abweichende, solidarische Vergütung kann im Einzelfall individuell vereinbart werden; ein Anspruch hierauf besteht nicht.

Die Vergütung ist unabhängig davon zu entrichten, ob und in welchem Umfang eine private Krankenversicherung, eine Zusatzversicherung, die Beihilfe oder ein sonstiger Kostenträger die Behandlungskosten übernimmt.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Ob eine private Krankenversicherung oder Zusatzversicherung Leistungen von Heilpraktikern für Psychotherapie erstattet, ist vor Beginn der Behandlung eigenverantwortlich mit dem jeweiligen Kostenträger zu klären. Eine Erstattung kann nicht zugesagt werden.

Soweit die Praxis weiß oder aufgrund der Umstände davon ausgehen muss, dass eine vollständige Übernahme der Behandlungskosten durch einen Dritten nicht gesichert ist, erfolgt die erforderliche Information über die voraussichtlichen Kosten vor Beginn der Behandlung in Textform (§ 630c Abs. 3 BGB).

11. Zahlungsbedingungen

Die Vergütung ist im Anschluss an die jeweilige Sitzung fällig und wird bar oder per Karte beglichen, sofern nichts anderes vereinbart wurde.

Sofern ausnahmsweise eine Rechnungsstellung vereinbart wird, sind Rechnungen innerhalb der auf der Rechnung angegebenen Frist ohne Abzug zu begleichen. Bei Zahlungsverzug gelten die gesetzlichen Vorschriften.

12. Beendigung der Behandlung

Grundlage der Behandlung ist das Vertrauensverhältnis zwischen Patientin bzw. Patient und Behandelndem.

Die Behandlung kann von der Patientin bzw. dem Patienten jederzeit und ohne Angabe von Gründen beendet werden.

Auch die Praxis kann die Behandlung beenden, sofern hierfür ein sachlicher oder wichtiger Grund besteht. Dabei werden, soweit therapeutisch und organisatorisch möglich, die Interessen der Patientin bzw. des Patienten berücksichtigt und gegebenenfalls Möglichkeiten zur weiteren Versorgung aufgezeigt.

Bereits erbrachte Leistungen bleiben vergütungspflichtig. Gesetzliche Kündigungsrechte und die gesetzlichen Folgen einer Beendigung des Behandlungsverhältnisses bleiben unberührt.

13. Akute Krisen und Notfälle

Die Praxis ist kein ärztlicher, psychiatrischer oder psychotherapeutischer Notfalldienst und nicht durchgehend erreichbar. Eine Krisen- oder Notfallversorgung wird nicht angeboten.

Bei akuten psychischen Krisen, unmittelbarer Selbst- oder Fremdgefährdung oder anderen medizinischen Notfällen ist unverzüglich geeignete Notfallhilfe in Anspruch zu nehmen. In Deutschland stehen hierfür insbesondere der Notruf 112, der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 sowie die psychiatrische Notfallversorgung der zuständigen Kliniken zur Verfügung. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 erreichbar.

In einer akuten Krisensituation soll nicht ausschließlich auf eine Kontaktaufnahme mit der Praxis gewartet werden.

Für bestehende Patientinnen und Patienten wird im Rahmen der organisatorischen Möglichkeiten versucht, kurzfristige Termine anzubieten. Ein Anspruch hierauf besteht nicht.

14. Schweigepflicht und Vertraulichkeit

Alle im Rahmen der Behandlung bekannt werdenden persönlichen und gesundheitlichen Informationen werden vertraulich behandelt. Es besteht eine Schweigepflicht nach § 203 StGB.

Eine Weitergabe von Informationen an Dritte – etwa an Angehörige, Ärztinnen und Ärzte, Arbeitgeber oder andere Personen – erfolgt ausschließlich mit ausdrücklicher Einwilligung oder soweit eine gesetzliche Verpflichtung bzw. eine gesetzliche Ausnahme von der Schweigepflicht besteht.

Sollte ausnahmsweise eine rechtliche Verpflichtung zur Offenlegung bestehen oder eine erhebliche Gefährdung vorliegen, wird dies – soweit möglich – vorher transparent besprochen.

Eine erteilte Einwilligung zur Weitergabe von Informationen kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

15. Behandlungsdokumentation

Über die Behandlung wird eine Behandlungsakte geführt (§ 630f BGB). Dokumentiert werden insbesondere die für die Behandlung wesentlichen Informationen, Anamnesen, Befunde, Maßnahmen und deren Ergebnisse sowie erteilte Einwilligungen und Aufklärungen.

Die Behandlungsdokumentation wird entsprechend den gesetzlichen Vorgaben aufbewahrt, in der Regel zehn Jahre nach Abschluss der Behandlung.

Patientinnen und Patienten haben im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften das Recht auf Einsicht in ihre Behandlungsakte sowie auf Erhalt entsprechender Abschriften (§ 630g BGB).

16. Datenschutz

Personenbezogene Daten werden ausschließlich im Rahmen der geltenden datenschutzrechtlichen Vorschriften verarbeitet.

Gesundheitsdaten gehören zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten nach Art. 9 DSGVO und unterliegen einem erhöhten Schutz. Ihre Verarbeitung erfolgt auf einer hierfür geeigneten gesetzlichen Grundlage bzw. – soweit erforderlich – auf Grundlage einer ausdrücklichen Einwilligung.

Die Terminvereinbarung und die damit verbundene Datenverarbeitung erfolgen über den Dienstleister Patientify; die dortige Verarbeitung erfolgt auf Grundlage einer entsprechenden Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung.

Weitere Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten, zu Rechtsgrundlagen, Speicherdauern und Betroffenenrechten enthält die separate Datenschutzerklärung der Praxis.

17. Kommunikation per E-Mail und Telefon

Unverschlüsselte E-Mail-Kommunikation kann nicht als sicher gelten. Eine Kommunikation zu behandlungsbezogenen Inhalten per E-Mail erfolgt daher nur auf ausdrücklichen Wunsch und nach entsprechendem Hinweis.

Terminorganisatorische Nachrichten (Terminvereinbarung, Absage, Rückruf­bitte) können über die angegebenen Kontaktwege erfolgen.

Die Praxis ist nicht durchgehend erreichbar. Nachrichten werden im Rahmen der Praxiszeiten bearbeitet; eine Reaktion innerhalb einer bestimmten Frist kann nicht zugesagt werden. Nachrichten mit akutem Krisenbezug sind kein geeigneter Weg – hier gilt Ziffer 13.

18. Online- bzw. Videositzungen

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf persönlichen Sitzungen in der Praxis.

Online- bzw. Videositzungen sind in begründeten Ausnahmefällen und nach vorheriger Absprache möglich. Sie werden nur durchgeführt, soweit sie nach fachlicher Einschätzung für das jeweilige Anliegen geeignet und vertretbar sind.

Für Online-Sitzungen gelten die jeweils vereinbarten technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Für Störungen der Übertragung, die außerhalb des Einflussbereichs der Praxis liegen (insbesondere Ausfälle der Internetverbindung oder Endgeräte), wird keine Haftung übernommen.

Bei akuten Krisen, Notfällen oder Situationen, in denen eine unmittelbare persönliche Versorgung erforderlich ist, ist eine Online-Sitzung kein Ersatz für geeignete Notfall- oder medizinische Versorgung.

19. Haftung

Die Praxis haftet für Schäden nach den gesetzlichen Vorschriften. Eine Berufshaftpflichtversicherung besteht bei der Continentale, Landesdirektion Zellerer GmbH, Forstenrieder Allee 70, 81476 München.

Im Übrigen gelten die gesetzlichen Haftungsbestimmungen.

20. Verbraucherstreitbeilegung

Die Praxis ist nicht bereit und nicht verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.

21. Schlussbestimmungen

Sollten einzelne Bestimmungen dieser Behandlungsbedingungen ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, bleiben die übrigen Bestimmungen hiervon unberührt. An die Stelle der unwirksamen Bestimmung treten die gesetzlichen Vorschriften.

Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Gesetzliche Gerichtsstände und zwingende Verbraucherschutzvorschriften bleiben unberührt.

Änderungen dieser Behandlungsbedingungen werden laufenden Behandlungsverhältnissen rechtzeitig mitgeteilt.