Häufige Fragen · Orientierung

Was du vor Beginn vielleicht wissen möchtest.

Eine therapeutische Begleitung beginnt oft mit Fragen. Manche betreffen die persönliche Zusammenarbeit, andere meine körperorientierte Arbeitsweise oder den praktischen Rahmen. Hier findest du Antworten auf die Fragen, die vor einer ersten Kontaktaufnahme häufig auftauchen.

Natürlich kann keine FAQ deine individuelle Situation vollständig abbilden. Wenn deine Frage hier nicht beantwortet wird, bring sie gerne in das kostenfreie Vorgespräch mit.

Detailaufnahme Praxisraum Robert Pollert

Kennenlernen und beginnen

Woran merke ich, ob die Zusammenarbeit mit dir für mich passt?

Ob eine therapeutische Zusammenarbeit passt, entscheidet sich nicht allein an einer Methode. Wichtig ist auch, wie du dich im Kontakt mit mir erlebst. Du musst nicht sofort vollständig vertrauen. Ein guter Anfang kann schon sein, wenn du dich ausreichend sicher, ernst genommen und mit deinen Fragen und Grenzen willkommen fühlst. Das kostenfreie Vorgespräch gibt dir einen ersten Eindruck. Auch in den ersten Sitzungen prüfen wir weiter, ob die Zusammenarbeit für dich stimmig und hilfreich ist.

Wie läuft das kostenfreie Vorgespräch ab?

Wir telefonieren etwa 20 bis 30 Minuten. Du kannst mir kurz schildern, was dich gerade bewegt und was du dir von einer Begleitung wünschst. Ich beantworte deine Fragen, erkläre dir, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte, und wir schauen gemeinsam, ob ich dich mit deinem Anliegen sinnvoll unterstützen kann. Das Gespräch ist unverbindlich und noch keine Therapiesitzung. Wenn es sich für uns beide stimmig anfühlt, kannst du anschließend einen ersten Termin buchen.

Wie läuft eine erste Sitzung ab?

Alle notwendigen Formalitäten erledigst du vorab in Ruhe über das Buchungssystem. So können wir die erste Sitzung ganz dir und deinem Anliegen widmen. Wir beginnen mit dem, was gerade da ist, und klären, was sich für dich verändern soll. Je nach Situation bleiben wir zunächst im Gespräch oder beziehen bereits Körperwahrnehmungen, Gefühle oder innere Bilder ein. Zum Ende nehmen wir uns bewusst Zeit für Integration und Orientierung, damit du möglichst gut und stabil in deinen Alltag zurückkehren kannst.

Muss ich genau wissen, was mein Problem ist – oder zuerst meine ganze Geschichte erzählen?

Nein. Vielleicht weißt du schon sehr genau, worum es geht. Vielleicht spürst du bisher nur, dass etwas nicht mehr stimmig ist, sich bestimmte Situationen wiederholen oder du dich nach Veränderung sehnst. Beides ist ein guter Ausgangspunkt. Du musst deine Biografie nicht chronologisch erzählen und auch nichts berichten, wozu du noch nicht bereit bist. Wir arbeiten mit dem, was sich heute zeigt, und beziehen frühere Erfahrungen dort ein, wo sie für dein gegenwärtiges Erleben wichtig werden.

Wie häufig finden die Sitzungen statt und wie lange dauert eine Therapie?

Dafür gibt es keine allgemeingültige Dauer. Manche Anliegen lassen sich in wenigen, fokussierten Sitzungen gut bearbeiten. Andere Themen brauchen eine längere Begleitung. Auch die Abstände richten sich nach deinem Anliegen, deinem Prozess und dem, was sich in deinem Alltag gut integrieren lässt. Besonders am Anfang kann eine gewisse Regelmäßigkeit hilfreich sein. Wir besprechen die Abstände gemeinsam und prüfen im Verlauf immer wieder, was du noch brauchst und ob die Begleitung für dich weiterhin stimmig ist.

Was ist, wenn ich während einer Sitzung etwas nicht möchte?

Dann sagst du Nein, stoppst oder bittest um eine Pause. Du musst das nicht begründen. Alle Interventionen sind Einladungen, und wir bleiben in einem fortlaufenden Abgleich darüber, was für dich gerade passend und sicher ist. Auch Unsicherheit, Irritation oder Kritik dürfen ausgesprochen werden. Deine Grenzen wahrzunehmen und im Kontakt zu vertreten, kann selbst ein wichtiger Teil der therapeutischen Arbeit sein.

Körperorientiert und traumasensibel arbeiten

Was bedeutet körperorientierte Psychotherapie?

Körperorientierte Psychotherapie bedeutet, dass wir neben Gedanken und Worten auch dein körperliches und emotionales Erleben einbeziehen. Der Körper kann Hinweise darauf geben, wann etwas eng, bedrohlich, kraftvoll oder stimmig wird. Im Gespräch können wir deshalb zum Beispiel mit Körperwahrnehmungen, inneren Bildern oder Bewegung arbeiten. Es geht nicht darum, jede Empfindung zu analysieren. Der Körper wird vielmehr zu einer zusätzlichen Quelle für Orientierung und Veränderung, damit neue Einsichten nicht nur im Denken bleiben.

Ist körperorientierte Psychotherapie immer mit Berührung verbunden?

Nein. Berührung ist weder ein fester noch ein notwendiger Bestandteil meiner Arbeit. Viele Prozesse finden vollständig ohne Berührung statt. Wenn achtsame Berührung therapeutisch hilfreich erscheinen könnte, besprechen wir vorher genau, worum es geht und was für dich stimmig ist. Sie findet ausschließlich mit deinem ausdrücklichen Einverständnis statt. Du kannst dieses Einverständnis jederzeit verändern oder zurücknehmen – selbstverständlich ohne dass dir daraus ein Nachteil entsteht.

Was bedeutet traumasensibles Arbeiten?

Traumasensibel zu arbeiten bedeutet für mich, Sicherheit, Transparenz und Wahlmöglichkeiten im gesamten Prozess mitzudenken. Wir stärken Ressourcen und Stabilität, achten auf eine tragbare Dosierung und lassen zum Ende genügend Raum für Integration. Das bedeutet nicht, schwierigen Themen auszuweichen. Es bedeutet, ihnen so zu begegnen, dass wir nicht an der Oberfläche bleiben und du zugleich nicht erneut überwältigt wirst. Ich führe den Prozess klar, ohne dir die Kontrolle über dein Erleben abzunehmen.

Warum verändert sich etwas nicht, obwohl ich es längst verstanden habe?

Verstehen ist wichtig und kann sehr entlastend sein. Trotzdem laufen viele Reaktionen in belastenden Momenten schneller ab als unser bewusstes Denken. Dann weißt du vielleicht, dass eine Situation heute ungefährlich ist, während dein Körper bereits mit Anspannung, Rückzug, Anpassung oder Kontrolle reagiert. In der körperorientierten Arbeit verbinden wir das, was du verstanden hast, mit neuen emotionalen und körperlichen Erfahrungen. So können sich nach und nach zusätzliche Wahlmöglichkeiten entwickeln.

Muss ich mich an belastende Erfahrungen genau erinnern oder ausführlich darüber sprechen?

Nein. Wir können mit dem arbeiten, was heute wahrnehmbar ist: mit Gefühlen, Körperreaktionen, inneren Bildern, Verhaltensmustern oder Situationen aus deinem Alltag. Es ist nicht nötig, jede Erinnerung abzurufen oder ein Geschehen vollständig zu rekonstruieren. Ich suche mit dir auch nicht nach vermeintlich verborgenen Erinnerungen und fülle keine Lücken mit Deutungen. Was unklar ist, darf unklar bleiben. Entscheidend ist, was dich heute belastet und was dir im gegenwärtigen Erleben hilft.

Wie können innere Bilder oder neue Erfahrungen helfen, wenn die Vergangenheit unveränderbar ist?

Wir können nicht verändern, was geschehen ist. Verändern kann sich jedoch, wie eine frühere Erfahrung heute in dir weiterwirkt. Innere Bilder können dabei helfen, Qualitäten wie Schutz, Abgrenzung, Unterstützung oder Trost im gegenwärtigen Erleben zugänglich zu machen. Sie sind kein magischer Trick, sondern ein möglicher Erfahrungsweg. Wir beobachten gemeinsam, ob und wie dein System darauf reagiert. Wenn ein Bild für dich nicht stimmig oder nicht hilfreich ist, wählen wir einen anderen Zugang.

Ist deine Arbeit nur für Menschen geeignet, die ein Trauma erlebt haben?

Nein. Mein Ansatz hat seine Wurzeln in der Traumatherapie, ist aber ausdrücklich nicht auf traumatische Erfahrungen oder eine bestimmte Diagnose beschränkt. Er kann bei sehr unterschiedlichen Anliegen hilfreich sein – etwa bei Beziehungsmustern, beruflichen Fragen, inneren Konflikten, Ängsten, fehlendem Zugang zu Gefühlen, Selbstwertthemen, Lebenskrisen oder Übergängen. Entscheidend ist nicht, welches Etikett dein Anliegen trägt, sondern wie du dein Leben heute erlebst und was sich für dich verändern soll.

Rahmen und Organisatorisches

Mit wem arbeitest du – und wann ist eine andere Unterstützung passender?

Ich arbeite mit Erwachsenen und mit sehr unterschiedlichen persönlichen und psychischen Anliegen. Eine Diagnose ist keine Voraussetzung. Im Vorgespräch klären wir, ob mein ambulantes Angebot und meine Arbeitsweise zu deiner Situation passen. Bei einer schweren akuten Krise, unmittelbarer Selbst- oder Fremdgefährdung oder wenn eine dringende ärztliche beziehungsweise psychiatrische Behandlung notwendig ist, braucht es zunächst eine entsprechende fachärztliche oder notfallmedizinische Versorgung. Wenn ich nicht der passende Ansprechpartner bin, sage ich dir das offen.

Wie lange dauert eine Sitzung und was kostet sie?

Eine Sitzung dauert grundsätzlich 60 Minuten und kostet 120 Euro. Je nach Prozess kann sie etwas kürzer oder länger dauern. Wir orientieren uns nicht strikt an der Uhr, sondern kommen zum Ende an einen Punkt der Integration, von dem aus du möglichst gut und stabil in deinen Alltag zurückkehren kannst. Die Zahlung ist bar oder mit Karte möglich.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten meiner Behandlung nicht. Die Praxis ist daher eine Selbstzahlerpraxis. Wenn du privat oder über eine Zusatzversicherung versichert bist, kann eine Erstattung je nach Vertrag möglich sein. Bitte kläre vor Beginn direkt mit deiner Versicherung, ob und in welchem Umfang Leistungen eines Heilpraktikers für Psychotherapie in deinem Tarif enthalten sind.

Was kann ich tun, wenn ich mir den regulären Preis nicht leisten kann?

Mir ist wichtig, dass meine Arbeit möglichst vielen Menschen zugänglich ist. Wenn der reguläre Preis deine finanzielle Situation übersteigt, sprich mich bitte bereits im Vorgespräch offen darauf an. Wir schauen gemeinsam, welche solidarische Lösung für deine Situation möglich ist.

Sind auch Online-Sitzungen möglich?

Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf persönlichen Sitzungen in meiner Praxis in der Hardenbergstraße 17 in Leipzig. Online-Sitzungen sind in begründeten Ausnahmefällen und nach vorheriger Absprache möglich. Ob dieses Format zu deinem Anliegen und zum jeweiligen Stand des Prozesses passt, entscheiden wir gemeinsam.

Wie vertraulich ist das, was ich dir erzähle?

Alles, was du mir in der therapeutischen Begleitung anvertraust, behandle ich streng vertraulich. Ohne dein ausdrückliches Einverständnis gebe ich keine Informationen an Angehörige, Ärztinnen und Ärzte, Arbeitgeber oder andere Personen weiter. Sollte eine Situation entstehen, in der rechtliche Pflichten oder eine akute erhebliche Gefährdung berührt sind, gehe ich damit so transparent wie möglich um und bespreche das weitere Vorgehen mit dir, soweit die Situation dies zulässt.

Kann ich mich auch in einer akuten Krise an dich wenden?

Für Menschen, die bereits mit mir arbeiten, versuche ich bei akuten Krisen kurzfristige Termine möglich zu machen. Meine Praxis ist jedoch kein ärztlicher oder psychiatrischer Notfalldienst, und ich bin nicht durchgehend erreichbar. Wenn du sofort Unterstützung brauchst, warte bitte nicht auf meine Rückmeldung, sondern nutze die Anlaufstellen auf der Soforthilfe-Seite. Bei unmittelbarer Gefahr für dich oder eine andere Person ruf bitte 112.

Trauma verstehen

Was ist eigentlich ein Trauma?

Trauma lässt sich bildhaft als eine seelische Verletzung verstehen. Sie kann entstehen, wenn eine Erfahrung die eigenen Möglichkeiten zur Verarbeitung überwältigt und in der Situation weder ausreichend Schutz und Unterstützung noch eine wirksame Handlungsmöglichkeit zur Verfügung stehen. Das kann ein einzelnes Geschehen sein, etwa ein schwerer Unfall oder eine Gewalterfahrung. Auch anhaltende Bedrohung, Vernachlässigung oder ein grundlegender Mangel an Sicherheit und verlässlicher Beziehung können tiefe Spuren hinterlassen.

Schutzreaktionen wie Kampf, Flucht, Erstarrung, Anpassung oder Abspaltung helfen zunächst, eine überfordernde Situation zu überstehen. Problematisch werden sie, wenn sie später immer wieder automatisch die Führung übernehmen, obwohl die ursprüngliche Gefahr vorbei ist. Vereinfacht gesagt kann sich dann die innere Wahlfreiheit verengen: Du reagierst, bevor du bewusst entscheiden kannst, wie du heute handeln möchtest.

Ist heute wirklich jeder Mensch traumatisiert?

Nein – und es ist wichtig, den Begriff nicht so weit auszudehnen, dass jede schmerzhafte oder schwierige Erfahrung automatisch zum Trauma wird. Jeder Mensch erlebt Belastungen, Verluste und Situationen, die Spuren hinterlassen. Viele davon können mit den eigenen Ressourcen, ausreichender Unterstützung und Zeit gut verarbeitet werden. Selbst bei äußerlich ähnlichen Erlebnissen können Menschen sehr unterschiedlich reagieren. Alter, Vorerfahrungen, Dauer und Intensität, eigene Handlungsmöglichkeiten sowie der Halt durch andere Menschen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Du brauchst jedoch weder eine Traumadiagnose noch ein besonders dramatisches Erlebnis, um dir Unterstützung suchen zu dürfen. Entscheidend ist, ob etwas heute dein Leben, deine Beziehungen oder deinen inneren Spielraum belastet.

Kann aus einer schweren Erfahrung im Nachhinein auch Wachstum entstehen?

Ja, das kann geschehen. Eine schwere Erfahrung wird dadurch jedoch weder notwendig noch gut. Sie musste nicht passieren, damit du wachsen kannst. Und dennoch kann in ihrer Verarbeitung Neues und Gutes entstehen. Manches von dem, was dir damals geholfen hat zu überleben, kann heute zu einer wertvollen Ressource werden. Anderes darf sich verändern und verabschieden, wenn es dich heute begrenzt. Doch auch dann darf seine frühere Schutzfunktion anerkannt und gewürdigt werden. Das Wachstum liegt nicht in dem, was dir widerfahren ist, sondern in deinem Weg, dem Erlebten zu begegnen und daraus neue Möglichkeiten für dein Leben entstehen zu lassen.

Was sind eigentlich Ressourcen?

Ressourcen sind alles, was dich stärkt, dir Halt gibt oder dir hilft, wieder in Balance und in Verbindung mit dir zu kommen. Sie können im Außen liegen: in vertrauensvollen Beziehungen, Tieren, der Natur oder an einem Ort, an dem du dich sicher und wohlfühlst. Sie können in Tätigkeiten liegen, die dir guttun – etwa Bewegung, Musik, kreatives Gestalten, Meditation oder vertraute Rituale. Und sie können in dir selbst liegen: in deinen Erfahrungen, Fähigkeiten und Charakterstärken wie Mut, Durchhaltevermögen, Humor, Mitgefühl oder Optimismus. Auch Spiritualität und Glaube können wichtige Ressourcen sein.

Was als Ressource wirkt, ist sehr individuell und kann sich je nach Situation verändern. Eine Ressource muss nicht sofort alles gut machen. Manchmal reicht ein kleiner Moment der Ruhe, eine hilfreiche Erinnerung oder das Spüren der eigenen Kraft, damit wieder etwas mehr innerer Spielraum entsteht. In der therapeutischen Arbeit stärken wir den Zugang zu dem, was dich bereits trägt, und entdecken vielleicht auch neue Ressourcen. So kann genügend Halt entstehen, um Belastendem zu begegnen, ohne davon vollständig überwältigt zu werden.

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